Wir haben sieben Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Extremismusprävention und Demokratieförderung für Schulen entwickelt. 

Anti-Diskriminierung als Gemeinschaftsaufgabe (zwei aufeinander aufbauende Module)

Modul 1: (Aus)Wirkungen von Diskriminierungsformen im Schulkontext

Diskriminierungen prägen unsere Lebenswirklichkeiten in allen Lebensbereichen. In diesem Modul wird mittels verschiedener Übungen der Austausch über Erfahrungen und Kenntnisse zu Diskriminierungsformen (u.a. Rassismen, Sexismen, Klassismus, Ableismen, Ageismen) und ihren Verschränkungen (Intersektionalität) sowie der eigenen Positionierung in diskriminierenden Strukturen angeregt. Ziel ist es, Bewusstsein und Sensibilität für verschiedene Diskriminierungsformen, Wirkmechanismen und ihre Auswirkungen zu entwickeln und zu erweitern. Des Weiteren werden Teilnehmende dazu eingeladen, die Auswirkungen von Diskriminierung im eigenen Fühlen, Denken und Handeln wahrzunehmen und ihren Umgang damit zu reflektieren. 

Modul 2: Umgang mit Diskriminierung im Schulkontext

Diskriminierung wirkt in uns selbst und beeinflusst die Begegnung mit Mitmenschen. Dieses Modul dient der (Weiter-)Entwicklung von Umgangsstrategien mit Situationen, in denen diskriminierende Wirkmechanismen sichtbar werden. Dies erfolgt in Selbstreflexions- und Austauschphasen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf emotionalen und sozialen Herausforderungen (diskriminierungsspezifische Abwehrmechanismen), die mit Diskriminierung einhergehen. Ziel ist es, einen konstruktiven und handlungssichereren Umgang mit Diskriminierung zu gewinnen, konstruktive Gespräche und konkrete Veränderungsideen im Schulalltag darüber anzuregen. 

 

Wir empfehlen die Teilnahme an beiden Modulen. Für die Teilnahme an Modul 2 ist der Besuch des Moduls 1 Voraussetzung.

Rassismus und Demokratiefeindlichkeit in Schulen (zwei aufeinanderaufbauende Module)

Modul 1: Rassismuskritische Sensibilisierung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte

Hier steht die Reflexion der eigenen Haltung im Themenfeld im Vordergrund. Im Rahmen von Übungen werden die Teilnehmenden für rassismuskritische Sprache und die verschiedenen Wirkungsebenen von Rassismus an Schulen sensibilisiert. Ziel ist es, Rassismus wahrzunehmen, eigene und systemische Handlungsroutinen zu reflektieren und Lösungsstrategien für mehr Chancengleichheit zu entwickeln. 

Modul 2: Umgang mit diskriminierenden und demokratiefeindlichen Äußerungen an Schulen 

Hier werden den Teilnehmenden (schul)rechtliche Rahmenbedingungen und Grundsätze zur politischen Bildung vermittelt, an denen sich Lehrkräfte jeder Fachrichtung im Schulalltag orientieren können. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierenden und demokratiefeindlichen Äußerungen zu gewinnen. Anhand von Fallbeispielen werden typische Situationen analysiert und Handlungsoptionen auf der Präventions- und Interventionsebene reflektiert. 

Radikalisierung in der Schule - Erkennen, Verstehen, Vorbeugen und Begegnen

In diesem Modul wird grundlegendes Wissen zum Themenkomplex Radikalisierung vermittelt. Wichtige Wendepunkte in der Entwicklung von Jugendlichen werden beispielhaft in einer Fallgeschichte identifiziert. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit sich möglicherweise radikalisierenden Jugendlichen zu gewinnen und Lösungsideen zu entwickeln, wie mögliche Radikalisierungsprozesse in Schule verhindert oder gestoppt werden können. 

Verschwörungserzählungen als pädagogische Herausforderung

In dieser Fortbildung erfahren Sie anhand von Beispielen aus der Lebensrealität der Schüler*innen, woran Sie verschwörungsideologische Inhalte erkennen und welche Gefahren von ihnen ausgehen. Anregungen dazu, wie Sie auf Verschwörungserzählungen im schulischen Kontext reagieren können, sollen zu mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Schüler*innen, Kolleg*innen und Eltern führen. 

Klassenrat (für die Jahrgangsstufe 1 bis 6)

Der Klassenrat ist das Herzstück einer demokratischen Klassenführung. Er dient dazu vielfältige Themen der Klassengemeinschaft zu besprechen und zu entscheiden. Die Fortbildung vermittelt den strukturierten Verlauf, gemeinschaftsstärkende Interventionen sowie einen lösungsorientierten Umgang mit möglichen Stolpersteinen. Die Teilnehmenden werden befähigt den Klassenrat selbstständig einzuführen. Einige Wochen nach der Fortbildung besteht die Möglichkeit freiwillig an einem zweiten Austauschtreffen teilzunehmen, um Erfahrungen zu teilen und weitere Unterstützung zu erhalten.   

Coaching zum Klassenrat

Auch Lehrkräfte, die den Klassenrat schon länger durchführen, stehen manchmal vor Fragestellungen oder schwierigen Situationen im Klassenrat. Wie können Konflikte im Klassenrat geklärt werden? Wie kann die Beteiligung erhöht werden oder das Potential des Klassenrates noch mehr ausgeschöpft werden?

Dafür bieten wir Lehrkräften auch eine individuelle fachliche Begleitung an. Hierzu hospitieren wir in Ihrer Klassenratsstunde und reflektieren diese mit Ihnen im Anschluss gemeinsam, um Lösungsansätze zu finden.

Weitere Beratungstermine sind nach Absprache möglich.

Antisemitismus in der Schule erkennen und begegnen

Die zahlreichen antisemitischen Vorfälle in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 sowie eine Vielzahl an Studien zeigen: Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft nach wie vor weit verbreitet. In dieser Fortbildung setzen wir uns mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen und der gegenwärtigen Wirkmacht des Antisemitismus auseinander. Darüber hinaus lernen Sie unterschiedliche Materialien antisemitismuskritischer Bildungsarbeit kennen und erfahren, welche (außerschulischen) Kooperationspartner*innen Sie in Ihrem Engagement gegen Antisemitismus unterstützen können. Ziel der Fortbildung ist es, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zu befähigen, Antisemitismus als solchen zu identifizieren und auf Antisemitismus im schulischen Kontext angemessen zu reagieren.

 

Zielgruppen der Fortbildungsangebote

Schulleitungen, Lehrkräfte, Pädagogische Fachkräfte an Schulen

Rassismus und Demokratiefeindlichkeit sowie verschiedene Diskriminierungsformen betreffen auch das System Schule. Wir bieten unsere Fortbildungen deshalb auch gerne für Jahrgangsteams, Beratungsteams und andere Schulteams an. 

Die Zahl der Teilnehmer*innen beläuft sich in der Regel auf bis zu 20 Personen.

Die Veranstaltung zum Thema "Radikalisierung in Schulen" ist insbesondere für Beratungsteams, pädagogische Fachkräfte und betroffene Lehrkräfte bedeutsam. 

Dauer

4 bis 7 Zeitstunden pro Veranstaltung, nach Absprache

Ort

In der anfragenden Schule oder im Schulpsychologischen Dienst. Nach Absprache auch gerne als Web-Seminar.

Termine und Anmeldung

Einige unserer Fortbildungen finden zu festen Terminen in den Räumen des Schulpsychologischen Dienstes oder auch als Web-Seminar statt. Eine Anmeldung für diese Fortbildungen erfolgt über das Anmeldeformular, mit dem Ihre Daten gesichert übermittelt werden.

Hier geht es zu den Terminen Anmeldeformular

Alle Fortbildungsangebote bieten wir für Ihre Schule an. Wenn Sie daran Interesse haben, melden Sie sich gerne bei uns mit Nennung des gewünschten Themenbereichs und Ihrem Wunschzeitraum.

Ausgehend von Ihren Bedarfen klären wir in einem ausführlichen Vorgespräch, welche unserer Angebote zu Ihrer schulischen Fortbildungsplanung passen.

Schulpsychologischer Dienst