Architekturstudierende der TH Köln zeigen Ideen für ein neues Kulturquartier

Wie können das Zeughaus und die angrenzende Alte Wache wieder zu einem attraktiven Standort werden, an dem das Kölnische Stadtmuseum eine neue (alte) Heimat findet – und wie kann sich das Quartier insgesamt zu einem lebendigen Kulturort entwickeln? Mit diesen Fragen haben sich Architekturstudierende der Technischen Hochschule (TH) Köln im Sommersemester 2025 im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten intensiv beschäftigt. Vom 26. März bis 17. Mai 2026 präsentiert das Kölnische Stadtmuseum neun ausgewählte Entwürfe dieses Projekts am historischen Ort: im Erdgeschoss des Zeughauses. Parallel dazu startet der Freundeskreis des Kölnischen Stadtmuseums die Spendenaktion "Nägel mit Köpfen".

Ideen für ein lebendiges urbanes Kulturquartier
Die ausgestellten Modelle, Pläne, Grundrisse und Schnitte geben Einblicke in unterschiedliche architektonische Ansätze und zeigen neue Ideen für die Nutzung des Zeughauses. Sie machen deutlich, welches Potenzial in diesem Innenstadtbereich liegt, der trotz seiner Nähe zum Dom und bedeutender historischer Bauten bislang kaum Aufenthaltsqualität bietet.

Die Studierenden setzen sich dabei nicht nur mit den historischen Gebäuden auseinander, sondern nehmen zugleich den gesamten Stadtraum zwischen Nord-Süd-Fahrt und dem westlichen Ende der römischen Stadtmauer in den Blick. Auch die angrenzenden Parkflächen und Straßenräume werden in die architektonischen Überlegungen einbezogen.

Unterschiedliche Visionen
Die beteiligten Studierenden waren: Tim Schleppegrell, Leo Kück, Sina Eschweiler, Jonatan Znidar, Rosa Grafelder, Laila Höhn, Jacob Eisenberg, Maya Schneider sowie Katharina Greshake. Ihre Arbeiten eröffnen ein breites Spektrum an Ideen: von autofreien Quartieren und neuen Baukörpern entlang der römischen Stadtmauer bis hin zu neuen Wegführungen, Vernetzungen und überdachten Freiräumen; von verbindenden Brückenstrukturen und neuen Blickbezügen zum Dom bis hin zu Cafés und Aufenthaltsorten für kulturelle Initiativen. Das zukünftige Stadtmuseum wird dabei stets als offener Ort der Begegnung gedacht, mit Funktionen, die weit über die eines klassischen Ausstellungsortes hinausgehen.

Experiment und Diskurs
Gemeinsam ist allen Entwürfen der Versuch, das historische Ensemble neu zu interpretieren und räumlich wie programmatisch mit der Innenstadt zu verknüpfen.

Die Studierenden hatten bewusst große gestalterische Freiheit: Abweichungen von den vorgegebenen Raum- und Nutzungsvorgaben waren ausdrücklich erwünscht. Aspekte wie Denkmalschutz, Statik oder Kosten durften ausgeblendet werden,

erklärt Prof. Thorsten Burgmer von der TH Köln, der die Arbeiten gemeinsam mit Lisanne Kröll M.A. betreut hat.

Die hier ausgestellten Arbeiten sind dabei keine fertigen Lösungen, sondern eine Einladung zum Weiterdenken und Diskutieren. Sie zeigen eindrucksvoll, wie Architektur zwischen Gegenwart und Geschichte vermitteln kann.

Ausstellung als offenes Forum für Ideen
Dies unterstreicht auch Dr. Matthias Hamann, Direktor des Kölnischen Stadtmuseums.

Das Studierendenprojekt fällt in eine Zeit, in der in Köln intensiv über die Zukunft des Zeughauses diskutiert wird. Die Ausstellung lädt dazu ein, neue Perspektiven zu entdecken und über die Entwicklung dieses historisch bedeutenden Ortes ins Gespräch zu kommen. Die Visionen der Studierenden zeigen das große Potenzial des Standorts und geben wichtige Impulse für die Rückkehr des Kölnischen Stadtmuseums ins Zeughausquartier,

so der Museumsdirektor.

Hier könnte ein lebendiger Ort entstehen, der Geschichte bewahrt, Gegenwart gestaltet und Zukunft ermöglicht.

Die Ausstellung, die in Kooperation zwischen der TH Köln und dem Kölnischen Stadtmuseum entstand, wird von Führungen und Veranstaltungen begleitet. Termine sind auf der Internetseite des Kölnischen Stadtmuseums einsehbar.

Nägel mit Köpfen
Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Während der Ausstellung läuft die Spendenaktion "Nägel mit Köpfen". Gegen eine Spende können Besucher*innen einen Nagel in einen der rot-weißen Fensterläden einschlagen.

Die Spenden gehen an unseren Förderverein,

so der Vorsitzende der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums, Dr. Konrad Adenauer. Die Fensterläden stammen aus den 1980er Jahren, viele davon können nicht mehr weiterverwendet werden. Die Idee der Nagelspende taucht in der Kölner Stadtgeschichte immer wieder auf.

Mit der Spende kann das Ausstellungspublikum die Bespielung des Zeughauses und das Programm des Museums unterstützen,

so Adenauer.

Der Besuch der Ausstellung ist an folgenden Wochentagen möglich:

Donnerstag, 26. März 2026, 17 bis 21 Uhr
an Wochenenden (jeweils 12 bis 16 Uhr)
28. bis 29. März
11. bis 12. April
18. bis 19. April
25. bis 26. April
2. bis 3. Mai
9. bis 10. Mai
16. bis 17. Mai

KölnTag (jeweils 17 bis 21 Uhr)
2. April
7. Mai

sowie anlässlich von Veranstaltungen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit